Etappe 20 – Najera – Santo Domingo de la Calzada (22,2 Km / 405,8 Km)

Etappe 20 – Najera – Santo Domingo de la Calzada (22,2 Km / 405,8 Km)

leicht bewölkt, 16°

Die Nacht in einem 4-Bett-Zimmer war die bisher ruhigste, die ich in einer Pilgerherberge erlebt habe. Zwar ist die einzige Mitpilgerin schon um halbsechs aufgestanden, aber sie war sehr leise und rücksichtsvoll.

Aber trotzdem – wach ist wach. Ich hab dann um sieben Uhr die Füsse über die Bettkante geschwungen und stand um halb acht auf der Straße. Frühstück habe ich auf den nächsten Etappenort verschoben.

Der kam etwa sieben Km später. Und damit ein Bocadillo plus Cafe con Leche.

Die Sonne stieg auch wieder an einem wenig bewölktem Himmel und es wurde wieder sehr warm. Gut, dass die Orte nicht so weit auseinander lagen und es in jedem Ort eine Wasserstelle gab. So konnte man überall das schon aufgewärmte Wasser gegen frisches tauschen.

Obwohl noch im Rioja, veränderte sich die Landschaft. Der Weinbau ging zurück, die Getreidefelder nahmen zu. Was blieb, waren die gut ausgebauten Pilgerwege. 5 m breite, staubige Pisten, die sich durch die Gegend schlängelten. Bei knapp 30° keine wahre Freude.

Auf dem heutigen Weg hatte ich kaum Kontakt zu den anderen Pilgern. Lag’s an mir oder der Hitze? Oder an beidem? Wie eigentlich sonst auch, lief ich meinen eigenen Weg, sprich auch eigenes Tempo. Da kommt man schon in’s grübeln. 14 Tage ist man nun unterwegs. Wer ist dir eigentlich alles begegnet?

Da war der Portugiese, der mir überraschend auf der Via Tolosana entgegen kam. Wo ich noch dachte, pilgern geht nur in eine Richtung. Aber er wollte nach San Jean Pied de Port, um dann bis Santiago zu gehen und weiter nach Portugal.

Auf dem Aragones traf ich dann auf Leo, einen Italiener. Er ist in Lourdes gestartet und geht bis Santiago. Da es auf dem Aragones meistens nur eine öffentliche Herberge in den Orten gibt, traf man sich abends unweigerlich wieder. Wir sind die Etappen zwar nicht zusammen gelaufen, aber nachmittags traf man sich dann wieder und verbrachte den Abend dann zusammen.

Dazu gesellte sich ziemlich schnell eine weitere Italienerin: Marca. Und noch eine Gruppe aus 4 Franzosen. Wir liefen alle getrennt, aber zum Abendessen war man wieder vereint.

Ich habe mich dann zwar bewusst für einen anderen Etappenrhythmus entschieden, aber auch auf dem Frances habe ich keinen wieder getroffen.

Dafür als erstes auf dem Frances einen Brasilianer. Den treffe ich auch heute noch täglich an den Etappenzielen. Wir scheinen einen ähnlichen Laufrythmus zu haben.

Die ersten Deutschen, die ich auf dem Frances traf, waren Nina und Dennis. Kein Paar, sie haben sich zu einer Laufgemeinschaft zusammen gefunden. Wobei auch jeder mal alleine geht.

Dann laufen einem natürlich sämtliche Nationalitäten über den Weg. Niederländer, Belgier, Dänen, Brasilianer, Kanadier, Amerikaner, Koreaner (Vater und Sohn) und ganz massiv natürlich die Spanier.

Mit den meisten konnte ich ein Worte wechseln. Englisch war da angesagt. Nicht alle, aber viele sieht man auch Tage später noch wieder.

Heute Abend zum ersten Mal etwas Regen. Ich bin auf morgen gespannt. Die Regenquote liegt bei etwa 70 %.

Untergekommen bin ich im Zisterzensienkloster. Musste allerdings den Hintereingang nehmen. Neben einer Pilgerherberge wird im gleichen Gebäude noch ein Hotel betrieben. Und der Eingang war 2 Ecken weiter.

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