Etappe 7 – Borce/F – Canfranc Estation/ES (23,9 Km/100,5 Km)

Etappe 7 – Borce/F – Canfranc Estation/ES (23,9 Km/100,5 Km)

Borce, leicht bewölkt, 9°

Kurz nach Start in Borce wurde man wieder auf die Nationalstrasse geführt,  der man einige Km zu folgen hatte. Der Seitenstreifen war zwar etwas breiter, aber aufpassen musste man trotzdem. Die Camions (LKW) donnerten an mir vorbei, da musste man schon stehen bleiben, um einen festen Stand zu haben.

An einer gefährlichen Engstelle war über mir das Fort du Portalet in den Fels gebaut. Es wurde Mitte des 19. Jahrhundert errichtet mit dem Ziel, eine evtl. spanische Invasion über den Somport Pass zu verhindern. 1925 wurde die militärische Nutzung aufgegeben.

Wenig später wurde man auf Nebenstraßen abgeleitet und erreichte Urdos. Bis hierhin ließ sich die Strecke ganz gut bewältigen. Aber gleich wird es ernst. Erst noch durch Wiesen und Weiden mit Schafen. Dann ging es steilauf um nach einer gehörigen Strecke noch steiler zu werden. Mir kam es vor, als würde ich auf allen Vieren den Berg hochkraxeln. Vier ist richtig – zwei Wanderstiefel und zwei Trekkingstöcke, die ich neben mir in den steinigen Untergrund trieb, um mich daran bergauf zu ziehen. Und das nennt sich Jakobsweg.

Aber leider ist es so, dass, wo es bergauf geht, es irgendwann auch wieder bergab geht. Das meist dann, um die Nationalstrasse oder stillgelegte Bahntrasse zu queren.

Die letzten 8 Km zum Somport Pass hoch waren die schönsten, aber auch anstrengensten und längsten. Herrliche Waldwege führten ständig bergan, ab und zu unterbrochenen von felsigen Anstiegen und querenden Rinnsalen und Sturzbächen, die die Schneeschmelze ins Tal führten. Es gab (viele) male, da musste ich stehen bleiben, um Luft zu holen. Aber dann merkte man, dass die Natur ganz still ist. Kein plätscherndes Wasser, keine Vogelstimmen. NUR RUHE. Ein schönes Gefühl und herrliches Erlebnis.

Die letzten Km zum Somport hinauf gestalteten sich derart, dass es noch immer hoch ging, ich aber ziemlich am Ende meiner Kräfte war. Es ging dann nach dem Motto weiter: 50 m gehen, 10 Sekunden Pause. Wobei sich die Pausenzeiten stetig verlängerten. Aber ich habe es geschafft. schüss Via Tolosana. Es war schön, aber auch anstrengend mit dir.

Tschüss Via Tolosana! Es war schön mit dir, aber auch anstrengend.

Nun muss ich erwähnen, dass diese Anstrengungen nicht spurlos an mir vorübergegangen sind. Gegen Mittag meldete sich mein rechtes Knie. Es wollte eine Spezialbehandlung mit Voltaren. Hat es bekommen. Später meldete sich meine linke Leistengegend. Der konnte ich keine Spezialbehandlung zukommen lassen. Zum einen hatte ich nicht mehr viel der Salbe, zum anderen hatte ich doch ein bisschen Schiss, meine Hose in der freien Natur runter zu lassen.

Hola, Camino Aragones. Was werden wir beide erleben?

Dieser Weg fing mit Treppen abwärts steigen an. Und das wollte mein Knie aber gar nicht. So musste ich die ganzen Treppen hinunter humpeln. Wie das geht? Rechtes Bein auf die nächste Stufe runter, linkes Bein auf die gleiche Stufe nachgeholt. Und immer so weiter. Es waren auf der Strecke bestimmt an die 100 Stufen. Als ich wieder in die Nähe der spanischen Nationalstrasse kam, habe ich mich entschlossen, die restlichen Km bis Canfranc-Estación auf dieser zu verbringen. Und das Knie war zufrieden.

Als Unterkunft hatte ich mir die Albergue Rio Aragon ausgesucht. Eine Pilgerunterkunft, die neben Mehrbettzimmern auch 2-Bett Zimmer anbietet. Nun ja, man hätte es wissen können. Nicht 2 Betten nebeneinander, sondern übereinander. Diese Nacht habe ich miserabel geschlafen.

ALBERGUE RIO ARAGON
Avda Aragones No. 26
22880 Canfranc-Estación

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